Rentenreform die Fakten

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      Rentenreform die Fakten

      Grob umschrieben bringt die Rentenreform von Ministerin Nahles 28 Euro mehr für Mütter und die Möglichkeit für Arbeitnehmer mit 63 Jahren abschlagfrei in Rente zu gehen. Sie kostet aber auch Milliarden. Wir gehen der Sache ein wenig auf den Grund.
      Rente mit 63:
      In den Genuss der abschlagsfreien Rente mit 63 sollen jährlich rund 200.000 Neurentner kommen. Das sind Personen, die 45 Jahre lang Beiträge zur Rentenversicherung gezahlt haben. Der Abschlag von 0,3 Prozent für jeden Monat, den man früher in den Altersruhestand wechselt, entfällt damit.Allerdings gibt es einen gleitenden Übergang des Eintrittsalters. Denn die Rente mit 63 gilt nur für Versicherte, die vor dem 01.01.1953 geboren sind und die nach dem 01.07.2014 in Rente gehen. Für alle Jüngeren steigt das Eintrittsalter mit jedem Jahrgang um zwei Monate. Wer also ab 1964 geboren ist, der beginnt seine Rente erst mit 65. Zu den Beitragszeiten zählen auch die Zeiten von Arbeitslosigkeit mit Anspruch auf reguläres Arbeitslosengeld. Hartz IV- und Arbeitslosenhilfe-Zeiten werden nicht angerechnet. Die Kosten steigen jährlich von heute 900 Mio. auf 3,1 Milliarden Euro in 2030.
      Mütter:
      Für Kinder, die vor 1992 geboren wurden, erhalten Mütter einen Rentenpunkt mehr. Das bedeutet für Frauen im Westen rund 28 Euro und im Osten 26 Euro mehr im Monat. Die drei Rentenpunkte für Kinder nach 1992 bleiben hiervon unberührt. Die Umstellung wird Zeit kosten und könnte bis Oktober dauern. Es wird aber rückwirkend ab 01.07. gezahlt werden. Die Kosten rund 6,7 Milliarden pro Jahr bis 2030 bei rund 6,1 Milliarden. Dieses Jahr kostet die Mütterente noch 3,3 Milliarden Euro.
      Erwerbsminderungsrente:
      Bei Beziehern von Erwerbsminderungsrente geht man zukünftig nicht mehr von einer theoretischen Arbeitszeit bis zum vollendeten 60. Lebensjahr aus. Der Berechnungswert wird auf das vollendete 62. Lebensjahr erhöht. Das bringt durchschnittlich 40 Euro im Monat und koste rund 3 Milliarden Euro per anno.Geringverdiener:Ab 2017 sollen die Renten von Geringverdienern erhöht werden. Dann sollen alle, die ein geringes Einkommen hatten, nach 40 Jahren Beitragszahlung auf maximal 30 Rentenpunkte aufgestockt werden. Was heute rund 850 Euro im Monat bedeuten würde.
      Beitragssatz zur Rentenversicherung:
      Der Beitragssatz hätte eigentlich von 18,9 auf 18,3 Prozent sinken sollen. Immerhin hat die Rentenkasse ein Polster von 31 Milliarden Euro. Zur Finanzierung der Rentenreform wurde der Beitragssatz aber auf 18,9 Prozent bis 2018 eingefroren und soll im Anschluss bis 20300 auf 22,0 Prozent ansteigen.
      Zusammenfassung der Kosten:
      Bis 2020 summieren sich die Mehrausgaben auf zirka 60 Milliarden Euro, die bis 2030 auf 160 Milliarden anwachsen werden. Die Finanzierung erfolgt in erster Linie durch höhere Beitragszahlungen, den Wegfall der Beitragskürzung und durch das Abschmelzen des 31 Milliarden Polsters. Zudem wird der Bundeszuschuss erhöht: 2019 bis 2022 jährlich um 400 Millionen Euro. Ab 2022 dann 1,6 Milliarden pro Jahr.
      Gruss Willi S. Immer mehr Senioren verschwinden spurlos im Internet, weil sie "alt" und "entfernen" gedrückt haben. :closed: