Trotz Fachkräftemangel immer noch schlechte Jobchancen für Ü50-er

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      Trotz Fachkräftemangel immer noch schlechte Jobchancen für Ü50-er

      Zwar haben sich die Beschäftigtenzahlen älterer Arbeitnehmer deutlich verbessert, in der Gruppe der 60 bis 65-jährigen waren es im Jahr 2000 rund 20 Prozent und im Jahr 2009 bereits 38 Prozent. Dennoch bedeutet dies nicht, dass sich die Arbeitsmarktchancen für Ü55-er wesentlich verbessert haben. Grund hierfür ist Hartz IV und damit der Wegfall der Möglichkeit zur Frühverrentung. Folglich steigt die Beschäftigtenzahl unter den Ü60-ern deutlich an. Weiter betrachtet bedeutet dies aber auch, dass sich die Chancen für Ü55-er auf dem Arbeitsmarkt nicht verbessert haben. Da helfen auch Lebens- und Berufserfahrung nicht. Und selbst ein Lohnverzicht, ist vielfach nicht machbar, weil es gültige Tarifverträge gibt und zudem die Gefahr der Demotivierung groß ist. Doch dass die Arbeitgeber heute immer noch viel zu selten ältere Arbeitnehmer einstellen, wird sich in nicht allzu ferner Zukunft rächen. Denn in rund fünfzehn Jahren gehen die geburtenstarken Jahrgänge in Rente und dann klafft eine entsprechende Lücke. Leider tun aber auch die Unternehmen wenig bis gar nichts in Richtung Weiterbildung älterer Arbeitnehmer.
      Das ändert aber nichts an der gegenwärtigen Situation für die Ü50-er, die einen neuen Job suchen. Und da macht es keinen großen Unterschied, ob ich nun arbeitslos oder aus einer Anstellung heraus suchend bin.
      Da bleibt nur zu hoffen, dass die Politik an ihren Reformen festhält, die Unternehmen ihr Personalmanagement auf die Situation anpassen und die Arbeitnehmer sich frühzeitig beruflich auf das Alter vorbereiten. Eine Möglichkeit dafür ist, dass sie sich bereits mit 40 weiterbilden und somit den Grundstein für einen Arbeitsplatz Ü55 legen.

      Siehe dazu auch unsere Infografik der aktuellen Arbeitslosenzahlen Ü50
      Gruss Willi S. Immer mehr Senioren verschwinden spurlos im Internet, weil sie "alt" und "entfernen" gedrückt haben. :closed:

      Jobchancen

      Die Beschäftigungszahlen von Ü50-65 haben sich zwar verbessert, die Frage ist nur, zu welchem Preis und ob die alten und die neuen Statistiken überhaupt vergleichbar sind. Aus den Statistiken geht gemein hin nicht hervor, ob es sich um Teilzeit handelt und welche Gehälter gezahlt werden. Abgesehend davon, dass ich mich (und wohl jeder realistische Mensch) weigere, einen 1€-Job als bezahlte Beschäftigung zu bezeichnen. Wenn man die Statistiken dahin gehend korrigieren würde, dass nur dann ein Mensch nicht mehr arbeitslos ist, wenn er sich von seinem Beruf ernähren kann, dann sähen die Zahlen anders aus.

      Hinzu kommt noch die Frage wieviele Menschen Ü55-65 überhaupt noch beruflich aktiv sind. Ist das die gleiche Anzahl wie im Ü50-Bereich? Oder haben da schon sehr viele vorzeitig in Rente/Pension gehen müssen weil die Gesundheit nicht mehr mit spielt?

      ich selbst mache zwar (noch) nicht diese Erfahrung und hätte derzeit durchaus noch realistische Möglichkeiten zu wechseln. Aber ich sehe auch, wie es anderen geht, die Berufe haben, in denen mehr "Konkurrenz" gegeben ist als das bei mir der Fall ist. Abgesehen davon, dass aus meiner Sicht der berufliche Alltag für ältere Arbeitnehmer deutlich härter geworden ist. einer meiner Eindrücke ist, dass man als Ü50 sehr darauf bedacht sein muss nicht im Team ins Ausseits zu geraten. Das empfinde ich als sehr anstrengend.Aber das ist noch einmal ein anderes Thema.

      Wir Ü50er bekommen noch ein ganz anderes Problem. Bevor man Ü50 einstellt, wird ein Spanier, Grieche, Portugiese, Ire ... usw., usf. eingestellt. Sie sind billiger und williger (schon aus der Not heraus) und jünger. Da scheuen die Unternehmen auch keine "Rekruting-Kosten" :wacko: .

      Dass aufgrund des Sprachproblems häufig auch die Qualität leidet und zwangsläufig auch andere Zugeständnisse an die Qualität und das Tempo gemacht werden müssen ist nicht so wichtig. Hauptsache billig, Hauptsache willig, Hauptsache still. Nein, ich habe nichts gegen diese Kollegen. Sie tun mir leid und ich möchte nicht mit ihnen tauschen müssen. Ich habe aber den Eindruck, dass hier von Seiten der AG Druck auf den deutschen AN gemacht werden soll. Da wird nach Fachkräften gesucht und was macht man? Man sucht sich junge Menschen die im Beruf Unterstützung benötigen werden im Ausland, während man nicht bereit ist ältere Menschen (die möglicher Weise Rücksicht/Unterstützung benötigen könnten) einzustellen. Wie erklärt man das denn? Wieso ist die eine Einschränkung Sprache + Mentalität (und damit zwangsläufig auch Tempo und Teamtauglichkeit) kein Problem, während die eventuelle Einschränkung Gesundheit und/oder Tempo eines ist? Ich glaube nicht daran, dass es an der Bezahlung liegt. Die meisten älteren Menschen wären bereit finanzielle Einschnitte hinzunehmen. Und an den Tarifverträgen kann es auch nicht liegen. Zumindest nicht flächendeckend. Einfach weil Tarifeinstufungen so dehnbar wie Kaugummi sind und somit auch so flexibel. Hinzu kommt, dass die Mehrzahl der Menschen im Mittelstand beschäftigt ist in dem nicht so starre Strukturen herrschen wie das in den Konzernen der Fall ist.
      Nein, ich persönlich denke, dass es am Respekt mangelt. Wir (und nicht nur die älteren) sind Ressourcen geworden.

      Dass es auch anders geht erlebe ich immer wieder in der Schweiz. Hier sind ältere AN gerne gesehen und werden wertgeschätzt. Hier herrscht auch ein andere Umgang. Zumindest noch. Schlecht geht es diesem Land dennoch nicht.

      Bei uns wird man sich lange weigern diese Denkweise anzunehmen. Es besteht absolut kein Interesse daran. Einfach weil es viel einfacher ist eingeschüchterte und unsichere Menschen die sich in der Bittstellerposition befinden zu lenken.

      helmut54 schrieb:

      Guten Tag,


      auf eignungstest.plakos.de kannst du herausfinden, welche Berufsfelder alle für dich noch in Frage kommen würden. Du musst nur ein paar Fragen dafür beantworten. Ich habe das auch einmal aus Spaß durchgeführt und heraus kam genau der Beruf, den ich zurzeit ausführe. Ich denke, so ein Test kann einem echt gut weiterhelfen.

      Liebe Grüße


      Danke für den Link. Kannte ich noch gar nicht. Schaut interessant aus.
      Schlechte Jobchancen für Ü50-er? Bitte ? Es gibt doch einen florierenden Sonder-Arbeitsmarkt mit recht erträglichen Gewinn-Chancen für die einzelnen Unternehmer... Unterstützung durch private Bildungsträger ist heute doch immer noch ganz aktuell ein standardisiertes Verfahren. Hierzu ist aus den entsprechenden Sozialgesetzbüchern die eine oder andere ergiebige Geldquelle zu entnehmen. Die Feststellung, Verringerung oder Beseitigung von Vermittlungshemmnissen - wie ich finde ein super Grundlagensatz!
      Ein Erwerbsloser hat immer eine Wahl, nämlich die Option an einer s.g. Maßnahme teil zu nehmen oder halt auch mit weniger Geld auszukommen. Ein
      Schelm wer übles dabei denkt....
      Zitat: "Leider tun aber auch die Unternehmen wenig bis gar nichts in Richtung Weiterbildung älterer Arbeitnehmer." Grundsätzlich selbst ist die Frau / der Mann 50+! Es gibt verschiedene Subventionsmöglichkeiten zwecks Weiterbildung. Aber hilft`s dann tatsächlich?
      Ein weiteres Zitat: "Bei uns wird man sich lange weigern diese Denkweise anzunehmen. Es besteht absolut kein Interesse daran. Einfach weil es viel einfacher ist eingeschüchterte und unsichere Menschen die sich in der Bittstellerposition befinden zu lenken." Angst war noch nie ein guter Ratgeber!
      Ich habe selbst mehrfach mit "nassforschen" Vorgesetzten ( so um die 35 Jahre ) zusammen gearbeitet. Karrieregeilheit, Unnahbarkeit ( weil Unsicherheit ), Rücksichtslosigkeit, Qualitätsverlust - das waren meine gemachten Feststellungen. Zitat: ...ich persönlich denke, dass es am Respekt mangelt. Wir (und nicht nur die älteren) sind Ressourcen geworden.
      Rrrrrrichtig ! :fleh: